Schwangerschaft

Mein Sternenkind

Gestern habe ich erst wieder bemerkt, dass ich die Fehlgeburt noch lange nicht verarbeitet habe. Beim schauen eines Films, in dem eine Schwangere auch recht früh ihr Baby verloren hat, liefen mir hemmungslos die Tränen über die Wangen. Da kam alles wieder hoch und ich konnte mich nicht beherrschen. Es war plötzlich wieder alles da… diese tiefe Traurigkeit, die ich bisher noch nie gespürt hatte. Die Gewissheit, etwas so Wertvolles verloren zu haben, auf das ich mich so sehr gefreut hatte. Und obwohl ich nun das neue, kleine Wunder in mir trage, so werde ich mein kleines Sternenkind niemals vergessen. Eigentlich bin ich zweifache Mama und ich bin stolz auf meinen kleinen Kämpfer, der leider viel zu früh von uns gehen musste.

Es gibt viele Frauen, die sich über eine Fehlgeburt ausschweigen. Erst wenn das Thema auf so etwas kommt, dann erfährt man, wieviele Frauen schon ein Sternenkind verloren haben. Jeder geht mit so einem Schicksal anders um. Ich gehöre zu denjenigen, die darüber reden müssen um zu verarbeiten. Deswegen habe ich mich auch bewusst dafür entschieden, es nicht zu verschweigen und auch meinem kleinen Krümelchen von seinem Geschwisterchen zu erzählen, falls es mal dazu kommen sollte.

Mein Sternenkind wird immer in meinem Herzen sein und es wird immer mein erstes Kind sein, dass ich sehr geliebt habe, obwohl ich es noch nicht kannte…
Ich hoffe, es geht dir gut kleiner Stern… dort wo du jetzt bist

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10 thoughts on “Mein Sternenkind”

  1. Oh ist das schön! Ich würde es ihm auch erzählen. Es ist traurig aber doch trotzdem irgendwo schön, ein Geschwisterchen zu haben – sei es nur, wenn es ihm schlecht geht und er jemand zum „zuhören“ braucht… Und ihm wird klar, wie sehr er doch gewünscht wurde.

  2. Es ist nur verständlich, dass so ein Erlebnis extrem prägsam ist und man das nicht einfach so „wegstecken“ kann. So etwas holt einen immer wieder ein und trifft einen dann in Momenten, in denen man vielleicht gar nicht damit rechnet – oder es am wenigsten brauchen kann.
    Gleichzeitig sollte man dieses „Trauma“ aber verarbeiten, weil sonst das andere, neue Kind unter nur allzu verständlichen (häufig unbewussten) „Verlustängsten“ der Mutter leiden kann.
    So etwas wirklich zu „verarbeiten“ schaffen aber nur wenige Mütter ohne fremde Hilfe. Vergessen wird man so etwas nie können – aber mit therapeutischer Hilfe kann man es schaffen, dass es einem wenigstens nicht mehr jedes Mal das Herz bricht… nimm dir Hilfe, wenn Du sie brauchst 🙂

  3. Wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, wie sehr ich um das Leben unseres Würmchens gebangt hatte, als in den ersten Wochen der Schwangerschaft eine Fehlgeburt drohte, dann kann ich gut verstehen, was du in Bezug auf dein Sternenkind empfindest.

    Dass eine Frau so etwas nicht so einfach weg steckt oder gar vergisst, ist völlig verständlich.

    Aber ich bin mir sicher, dein Sternchen sitzt im Himmel und passt gut auf sein Geschwisterchen auf!!!

    1. Ich kam mir oft irgendwie „sensationsgeil“ vor, weil ich eben so offen drüber gesprochen habe. Erntete von manchen Personen keine schönen Blicke. Es ist eben irgendwie immer noch ein Tabuthema. Darüber spricht man nicht.

      Aber wenn es mir hilft zu verarbeiten, dann sehe ich es nicht ein, es in mich hinein zu fressen.

  4. Ich habe das zum Glück nicht erlebt, das wünscht man echt niemanden. Aber ich finde es eigentlich gut und wichtig, dass man drüber redet (oder heutzutage schreibt), wenn derjenige es kann. Und ich glaube allein das ist dann schon eine Art Therapie. Ich finde du gehst super damit um und du wirst bald deinen kleinen süssen gesunden Mann im Arm halten, der dein erstes Kind zwar nicht ersetzt, aber der dir sicher auch dabei hilft, damit umzugehen 🙂

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